
Die Allianz Umweltstiftung
Aktiv für Mensch und Umwelt
Der Begriff Umwelt hat Karriere gemacht. In den siebziger Jahren noch weithin ungebräuchlich, benennt er heute das Aufgabengebiet von Ministerien, Arbeitskreisen und Unternehmensabteilungen. Doch was ist Umwelt? Geht es um die Natur allein oder ist das Zusammenspiel von Natur und Kultur gemeint, kommt es auf die Vielfalt der Tier-, und Pflanzenarten an oder ist Umwelt jeglicher Raum, in dem sich Menschen entfalten? Fragen, denen sich die Allianz Umweltstiftung seit ihrer Gründung immer wieder neu stellt.
"Vor allem hat Umwelt aber mit Leben und Lebewesen zu tun, denn sie ist gemäß ökologischer Definition 'das ein Lebewesen umgebende Stück Welt', von dem es lebt, in dem es gedeiht und sich sicher fühlen möchte", so fasst Professor Wolfgang Haber, ehemaliger Vorsitzender des Stiftungskuratoriums, die Antworten zusammen, die in zwölf Jahren immer wieder neu formuliert wurden - durch Projekte und persönliches Engagement.
Die Geschichte
1990 feierte die Allianz AG ihren hundertjährigen Geburtstag und gründete aus diesem Anlass eine Umweltstiftung. Jubiläumsstiftungen waren zwar noch nicht gang und gäbe, aber durchaus nichts ungewöhnliches mehr. Eher ungewöhnlich war die Summe: Hundert Millionen DM - für jedes Jahr der Unternehmensgeschichte stiftete die Allianz eine Million. Ihr Anliegen: gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen und einen bleibenden Beitrag für eine lebenswerte Zukunft leisten. Anfang der neunziger Jahre fiel die Entscheidung deshalb konsequent für den Umweltschutz.
Die Risiken, die aus einem unbekümmerten Umgang mit Ressourcen entstehen, waren gerade durch das Aufspüren des Ozonlochs massiv deutlich geworden. Andererseits entdeckten viele Menschen die Natur neu. Unter dem Stichwort Ökologie war Besinnung auf Werte genauso spürbar wie enthusiastischer Aufbruch. Während manchen der technische Fortschritt als Wurzel allen Übels galt, träumten andere von der emissionsfreien Wasserstoffgesellschaft.
Kurz: Die Allianz Umweltstiftung wurde in eine widersprüchliche Gegenwart hineingeboren, in der sie sich zunächst eine eigene Identität schaffen musste. Ebenso pragmatisch wie vorausschauend wurde die Richtung festgelegt: Umweltschutz zum Nutzen des Menschen.
So ist der Mensch in den Mittelpunkt der Stiftungsaktivitäten gerückt - nicht zufällig oder weil etwa Naturschutz allein weniger wichtig wäre. Sondern weil nur so eine zukunftsfähige Gesellschaft gefördert werden kann. Eine Gesellschaft, die die Natur achtet und weiß, dass angesichts unterschiedlicher Interessen Kompromisse die echten Lösungen darstellen.
Das Heute.
Die Freude an der Natur mit der Neugier auf morgen verbinden: So könnte vieles überschrieben werden, was die Allianz Umweltstiftung aktuell umsetzt und damit elementare Gefühle und Bedürfnisse der Menschen anspricht. Denn einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung wird nur leisten, wer sich einbezogen fühlt und die Zukunft als Gestaltungspotenzial begreift. Und wenn die Freude an der Natur sowie die Achtung vor anderen dabei den Weg weisen, dann lässt sich auch erreichen, was derzeit vielfach beschworen wird: ein fairer Ausgleich ökonomischer, ökologischer und sozialer Interessen.
Ganz in diesem Sinne plädiert der Publizist Dirk Maxeiner bei den von der Allianz Umweltstiftung veranstalteten Benediktbeurer Gesprächen im Jahr 2001 für mehr Optimismus: "Wer heute etwas für die Umwelt tun will, sollte an die Möglichkeiten der technischen Zivilisation glauben. Er sollte Umweltprobleme im besten Sinne der Aufklärung für lösbar halten. Er sollte an ein besseres Morgen glauben. Er sollte Handlungen nicht an noch so guten Absichten, sondern an den konkreten Ergebnissen messen. Er sollte nicht nur in Grenzen denken, sondern die Zukunft für offen halten" - wollte man beschreiben, was den Geist der Allianz Umweltstiftung ausmacht, könnte man es nicht besser formulieren.