
Schutz der Rohrdommel in Nordbayern
Die Rohrdommel in Bayern steht kurz vor dem Aussterben, auf nur noch etwa zehn Brutpaare schätzen Experten die Anzahl der Vögel. Höchste Zeit also, dem scheuen Schilfbewohner unter die Flügel zu greifen. Mit der Umgestaltung von Weihern und Teichen in Nordbayern versuchen Allianz Umweltstiftung und Landesbund für Vogelschutz nun gemeinsam, den Abwärtstrend zu stoppen.
Moorochse …
Sie ist scheu, gut getarnt und etwas größer als ein Huhn: die Große Rohrdommel (Botaurus stellaris). Der an ein Nebelhorn erinnernde Balzruf des Männchens, der dem Vogel im Volksmund den Spitznamen "Moorochse" verschafft hat, ist in unseren Breiten allerdings nur noch sehr selten zu hören. In Osteuropa noch großflächig vertreten, zählt die Rohrdommel in Mittel- und Westeuropa zu den hoch bedrohten Schilfbewohnern. In Mittel- und Süddeutschland beschränken sich die dauerhaft besetzten Rohrdommel-Reviere auf wenige Gebiete in Nordbayern.
… ohne Lebensraum
Vor allem das Verschwinden ihres typischen Lebensraumes macht den scheuen Vögeln zu schaffen. Die Rohrdommel lebt bevorzugt in den ausgedehnten Schilfflächen von Seen, Altwässern und Teichen – am liebsten mit vielen eingestreuten offenen Wasserflächen. Diese abwechslungsreichen Lebensräume wurden in den letzten Jahrzehnten jedoch vielerorts stark verkleinert oder sogar zerstört.
Lediglich in Nordbayern, in den Teichgebieten im Landkreis Schwandorf und dem Aisch-Regnitz-Grund im Norden Nürnbergs, trotzen einige Brutpaare dem bayernweiten Abwärtstrend. Ihnen das Überleben zu sichern und, wenn möglich, sogar eine Vergrößerung und Ausbreitung der Population zu erreichen, ist Inhalt des gemeinsamen Projektes von Landesbund für Vogelschutz in Bayern e. V. (LBV) und Allianz Umweltstiftung.
Überlebenskonzept
Als wissenschaftliche Grundlage des Projektes hat der LBV in einer mehrjährigen Untersuchung alle aktuellen und potentiellen Lebensräume der Rohrdommel in Nordbayern untersucht. Etwa 40 Weiher oder Teiche wurden dabei als geeignet ermittelt.
An drei ausgewählten Standorten in den Landkreisen Erlangen-Höchstadt, Schwandorf und Schweinfurt sollen nun entsprechende Biotop-Pflegemaßnahmen umgesetzt werden. Dazu zählen die Entbuschung von Schilfflächen, das Anlegen kleiner offener Wasserflächen oder auch die Erhöhung des Wasserspiegels.
Projektpartner
Landesbund für Vogelschutz in Bayern e. V.
Orte
- Bucher Weiher-Gebiet im Landkreis Erlangen-Höchstadt
- Hirtlohweiher im Landkreis Schwandorf
- Alt- und Neusee im Landkreis Schweinfurt
Status
In Vorbereitung.
Foto: H.Werth/LBV Bildarchiv