Bilanz an der Dumme.
Vor fast genau einem Jahr wurden die Bauarbeiten zur Renaturierung der Dumme im Wendland begonnen. Bei einem Pressegespräch zogen die Beteiligten und die Allianz Umweltstiftung eine erste Bilanz.

München / Bergen, 24. Oktober 2006.
Vor vielen Jahren.
Rein optisch ist die Dumme, das zentrale Fließgewässer im Süden des Landkreises Lüchow-Dannenberg, ein intaktes Flüsschen. Doch dieser Eindruck täuscht: In der Vergangenheit wurden zahlreiche Flussschleifen abgeschnitten und durch die Unterhaltungsmaßnahmen war der natürlicherweise vorkommende Kiesgrund fast völlig verschwunden – und damit auch die für einen frei fließenden Bach typische Artenvielfalt.
Vor einem Jahr.
Um die Lebensbedingungen für die Bachforelle sowie andere auf kiesigen Gewässergrund angewiesene Tierarten zu verbessern wurde vor fast einem Jahr mit einem „ersten Baggerbiss“ die Renaturierung eines etwa 1,5 Kilometer langen Dumme-Abschnitts begonnen.

Bis zum Frühjahr dieses Jahres konnten zwei Altarme entschlammt und wieder an das Flüsschen angebunden werden. Zusätzlich wurden zahlreiche Störsteine und Totholz gesetzt sowie etwa 1400 Tonnen Kies in das Gewässer eingebracht. An den Arbeiten waren auch die örtlichen Landwirte beteiligt - nur mit ihren Traktoren und Anhängern konnten der Kies ohne größere Flächenschäden zur Dumme transportiert werden.
Heute.
„Es ist erfreulich zu sehen, wie sich die Dumme in den renaturierten Abschnitten wieder nach ihren eigenen Gesetzen entwickelt“ sagte Peter Wilde, Projektmanager der Allianz Umweltstiftung, beim gestrigen Pressegespräch. Er dankte allen Beteiligten und lobte vor allem die gute Zusammenarbeit zwischen Stiftungen, Behörden, Angelverein und Landwirten.
Auch Eckart Krüger, Projektleiter der Karl Kaus Stiftung, zog eine positive Bilanz: „Die bisherigen Erkenntnisse weisen in die richtige Richtung. Obwohl noch keine direkt quantifizierbaren Erkenntnisse vorliegen, hat sich der Zustand des Gewässers deutlich verbessert. Die Wasserdynamik ist sichtbar erhöht.“
Und morgen?
Wie genau sich der renaturierte Abschnitt der Dumme weiter entwickelt, wird die Karl Kaus Stiftung in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden und dem örtlichen Angelverein beobachten. In regelmäßigen Abständen sollen genaue Daten über Flora und Fauna gesammelt werden, die dann auch als Erfahrungsgrundlage für ähnliche Projekte dienen können.